Im Februar 2026 wurde das EU-Projekt DigiCare4CE erfolgreich abgeschlossen. Drei Jahre lang arbeitete das Albert Schweitzer Institut mit Partnerorganisationen aus sechs Ländern daran, die Digitalisierung in der Langzeitpflege zu fördern.
Herausforderungen in der Langzeitpflege
Die Langzeitpflege steht vor zentralen Herausforderungen: Der demografische Wandel erhöht den Pflegebedarf, während gleichzeitig der Mangel an Fachkräften wächst. Digitale Technologien versprechen Entlastung und Qualitätsgewinne, treffen jedoch auf ein Arbeitsfeld, das stark von Beziehung und Fürsorge geprägt ist. Genau an dieser Schnittstelle zwischen Technik und Mensch, Effizienz und Empathie entstehen Spannungsfelder – aber auch neue Innovationspotenziale.
Das Projekt DigiCare4CE als Unterstützung
Hier setzte DigiCare4CE an. Das Projekt unterstützte Betreiber:innen von Langzeitpflegeeinrichtungen dabei, digitale Technologien systematisch und praxisnah einzuführen. Dafür wurde ein Set an Werkzeugen entwickelt, das den gesamten Innovationsprozess abbildet: vom DigiCare4CE-Modell als theoretischer Rahmen für Digitalisierungsprojekten, über einen Online-Check zur Einschätzung der digitalen Reife mit konkreten Handlungsempfehlungen bis hin zu Innovationsplänen, die Chancen und Risiken digitaler Lösungen sichtbar machen.
Zentrale Lernfelder entstanden in den Pilotprojekten. In acht Pflegeeinrichtungen wurden digitale Anwendungen direkt im Pflegealltag getestet – von mobiler Pflegedokumentation über intelligente Sensorik bis hin zu Wearables und Virtual-Reality-Anwendungen. Die dabei gewonnenen Erfahrungen wurden in praxisnahen Leitfäden, Fallstudien und Videos aufbereitet. Ergänzt wird das Material durch das Kartenspiel „Care to Innovate“, das als Icebreaker für den Start neuer Digitalisierungsvorhaben dient.
Zentrales Ergebnis des Projekts
Ein zentrales Ergebnis des Projekts ist klar: Digitalisierung in der Langzeitpflege gelingt nur, wenn Innovation nicht isoliert gedacht wird. Erfolgreiche Veränderungen entstehen an den Schnittstellen zwischen Pflegepraxis und Technologie, Organisation und Politik sowie zwischen Mitarbeitenden und Management. Die Policy Conference im November 2025 in St. Pölten (siehe Foto) machte deutlich: Technik allein reicht nicht. Erst wenn Menschen eingebunden, Beteiligung ermöglicht und geeignete Strukturen für Veränderung geschaffen werden, kann Innovation ihre Wirkung entfalten.
Sie haben Interesse an den Projektergebnissen? Dann wenden Sie sich gerne an die Kolleg:innen vom Albert Schweitzer Institut.

