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04.12.2018
Setzen von Blasenverweilkatheter- ein Simulationstraining für das Pflegepersonal in den GGZ

Harnwegsinfektionen zählen aufgrund einer Häufigkeit von 20-30% der gesamten auftretenden nosokomialen Infektionen zu den am meist vorkommenden Infektionen in Gesundheitseinrichtungen, wovon etwa 80% auf Blasenverweilkatheter zurückgeführt werden.

Es ist davon auszugehen, dass bis zu 70% aller katheterbedingten Harnwegsinfektionen durch geeignete Präventionsmaßnahmen verhindert werden können.

Aus diesem Grund führten die Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz (GGZ) mit Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege Fortbildungen mit dem Titel „Setzen eines Blasenverweilkatheters mit speziellem Fokus auf hygienische Aspekte“ durch. Im Zuge der Schulung wurde neben theoretischen Grundlagen auch ein praktisches Simulationstraining mit einem Mannequin, inklusive Briefing und Debriefing, abgehalten.

Um die Effektivität von Simulationstrainings zu überprüfen, wurden zu zwei Messzeitpunkten (vor und zwei Monate danach) einige Parameter (Wissensstand der FortbildungsteilnehmerInnen, das subjektive Sicherheitsempfinden sowie Einhaltung der Arbeitsschritte) mittels Beobachtungen im Rahmen von Hygienebegleitungen mithilfe einer Checkliste und mittels schriftlichen Befragungen erhoben und miteinander verglichen. Insgesamt fanden zwei Simulationsfortbildungen im Zeitraum von 01/2018-03/2018 statt. Gesamt nahmen 14 Personen an den Schulungen teil und es wurden sechs Beobachtungen durch die Hygienefachkraft (vorher und nachher) durchgeführt.

Ergebnisse dieser kleinen Stichprobe zeigen, dass sich Simulationstrainings positiv auf das individuelle Sicherheitsempfinden von MitarbeiterInnen der Pflege auswirken. 75% der TeilnehmerInnen geben an, dass das Simulationstraining zur Steigerung des Sicherheitsempfindens beiträgt und sich bei der Handhabung eines Blasenverweilkatheters sicherer fühlen.

Beim Vergleich der Checklisten vor und nach den Schulungen zeigte sich, dass bei der Durchführung, d.h. beim Setzen des Blasenverweilkatheters, eine ø Steigerung von 6,3% (88,5% auf 94,8%) der einzuhaltenden Schritte, erreicht werden konnte.

Die Auswertung des Wissenstests ergab ebenfalls eine geringfügige Verbesserung im Vergleich zu Messzeitpunkt 1 (+5,7%).

Aufgrund der positiven Erfahrungen mit Simulationstrainings wird die Methode weiterhin in den GGZ bei MitarbeiterInnenschulungen Anwendung finden.

Lisa Weidinger1, Christian Pux2, Sabrina Walter3

1 Albert Schweitzer Institut für Geriatrie und Gerontologie, Geriatrische Gesundheitszentren der Stadt Graz, Graz, Österreich

2 Albert Schweitzer Klinik, Geriatrische Gesundheitszentren der Stadt Graz, Graz, Österreich

3 Albert Schweitzer Klinik, Geriatrische Gesundheitszentren der Stadt Graz, Graz, Österreich

Literatur:

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. (2015). Leitlinien zur Hygiene in Klinik und Praxis: Die Harndrainage. Verfügbar unter: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/029-007l_S1_Harndrainage_2015-02_01.pdf. Abgerufen am 05.09.2018.

European Centre for Disease Prevention and Control. (2014). Point prevalence survey of healthcareassociated infections and antimicrobial use in European long-term care facilities. April–May 2013, Stockholm, ECDC.

Robert Koch-Institut. (2015). Prävention und Kontrolle Katheter-assoziierter Harnwegsinfektionen. Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut. In: Bundesgesundheitsblatt 58 (6): S. 641–650

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