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20.04.2017
Ein Abend für Hildegard

Glück – Glücklich sein will jeder. Aber kann auch jeder glücklich sein? Was ist überhaupt Glück? Und hat es für jeden den gleichen Stellenwert?

Die nachfolgenden Zeilen sind jenem wunderbaren Personenkreis  gewidmet, die am Nachmittag und Abend des 20.04.2017 einem unserer Mitmenschen auf großartige Weise Inklusion trotz schwerster Behinderung ermöglichten und so Geschichte geschrieben haben.

Konkret wurde an diesem Tag durch Unterstützung von Herrn Bgm. Gerhard Konrad (Marktgemeinde Straden), Herrn Wolfgang Seidl (Organisator/"Straden aktiv") und den Protagonisten:

  • "Blech Bixn Bänd" mit Kurt Keinrath-EAV, Paul Kindler, Markus Pfeiler, Ewald Hirschmugl, Wolfgang Schmidbauer
  • "lenaKindlerpaul Trio" mit Lena Kindler, Paul Kindler, Kri Mandl
  • „N.E.K.S.T.“ mit Norbert Rusz, Erich Rath, Kurth Keinrath, Wolfgang Schmidbauer
  • "ZOCK" mit Helmut Bohatsch (SOKO-Donau), Hannes Feurer, Ewald Hirschmugl, Norbert Rusz, Paul Kindler
  • Duett mit Hannes Feurer und Bernd Kohlhofer
  • „ZEUS“ mit Arnold Hafner, Kurt Keinrath, Paul Kindler
  • Helmut Bohatsch (SOKO-Donau)
  • einer wunderbaren Licht und Tontechnik

alleaus dem Familien- bzw. engen Freundeskreis von Frau Hildegard Nagl, die seit 2015 durch einen Sturz ab dem Hals abwärts gelähmt und dadurch auch langzeitbeatmet werden muss, ein Benefizkonzert unter dem Motto „ein Abend für unsere Hildegard“ im Kulturzentrum in der Marktgemeinde Straden in der Oststeiermark veranstaltet.

Ein Bedürfnis ist es mir auch jenen wunderbaren aus Pflege und Medizin stammenden MitarbeiterInnen der Albert Schweitzer Klinik zu danken, die durch ihre professionelle Begleitung und ihr großartiges Engagement an diesem Nachmittag und Abend den Ausflug ermöglichten. Ohne sie wäre dieser nicht durchführbar gewesen. Die Hin- und Rückfahrt von Frau Hildegard Nagl inkl. der begleitenden Professionisten übernahm der Arbeiter-Samariter-Bund kostenlos – großer Dank an dieser Stelle an Herrn David Ofner, der dies gemeinsam mit seiner Geschäftsstelle in Graz ermöglichte. Des Weiteren waren meine KollegInnen Frau Michaela Löschnigg-Tausz, Frau Doris Kahr und Dr. Rene Hüttenbrenner in grandioser Manier in ihrer Freizeit begleitend Frau Hildegard Nagl zur Seite.

Dieser Tag und dieses besondere Event, bedeutete 1 ½ Jahre nach dem Unfall für die Betroffene nicht nur die erste Rückkehr in ihre Heimat sondern auch das erste Zusammentreffen in dieser mit oben genanntem Familien- und Freundeskreis.

Die Aufnahme von Frau Hildegard Nagl in die Albert Schweitzer Klinik wurde nach dem Aufenthalt im Akutbereich (Intensivstation) durch den Schweregrad der Sturzfolgen und den damit verbunden Schädigungen des zentralen Nervensystems und der daraus resultierenden Dauerbeatmung im Februar 2016 notwendig. Ab diesem Zeitpunkt wurde sie hier ganz dem Slogan unseres Hauses „bei uns sind Menschen in besten Händen“ folgend, durch die enorm schwierige Zeit vom gesamten multiprofessionellen Team begleitet.

Betritt man zum Beispiel dieses Department der Albert Schweitzer Klinik der  Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz – das 2001 mit 25 Betten gegründet und heute 50 Betten umfasst – so mag man meinen, dass das Glück sich hier verabschiedet,  keinen Platz gefunden hat.  Denn wer so schwer vom Schicksal betroffen und leidet, der scheint von seiner mitmenschlichen Umgebung und dem Sozialsystem nicht mehr wahrgenommen zu werden.

Wie oft können wir heute von scheinbar unglücklichen Mitmenschen Unzufriedenheitsreaktionen in unserer so konsumorientierten Welt beobachten, jedoch wie viel Glück kann eine kleine Geste in unserem Leben bedeuten, die durch nichts in der Welt zu kaufen ist.

Glück ist für das Team des Departments der Albert Schweitzer Klinik jener Augenblick, wo sie bei den PatientInnen erste Reaktionen spüren oder wenn diese PatientInnen zurück zu einem selbstbestimmten Leben und dadurch zu mehr Lebensqualität finden wie z. B. durch diesen Ausflug in die Heimat.

Ganzheitliches Denken muss die Behandlung beherrschen. Und auch Liebe. Liebe zum Beruf, Liebe zu den PatientInnen, Vertrauen auf das Glück.

In Graz wird also die Behandlung auf vielerlei Weise vorgenommen. Mit Bewährten, aber auch mit Eigenem, im Department Erprobtem. Mit sehr viel Arbeit, mit kleinen Gesten und Respekt gebietenden modernen Behandlungen. Wichtig ist alles, was den PatientInnen dient. Nicht ein Therapieschema, sondern eine individuell auf jeden Einzelnen abgestimmte Therapie, die sich an der Lebensgeschichte der Betroffenen orientiert, wird angeboten.

Glück hat viele Gesichter. Glück ist nicht der Lottogewinn. Glück ist Liebe. Glück ist die Akzeptanz und die Hilfe durch den Mitmenschen. Glück ist es, Menschen zu finden, die helfen wollen und die helfen können. Glück ist es, so zu sein, wie man ist, ohne ausgegrenzt zu werden. Glück ist es, auch in aussichtslos erscheinenden Situationen mit Hilfe des Anderen einen Ausweg zu suchen. Und ihn vielleicht auch zu finden. Glück ist es vor allem, sich dafür einzusetzen, dass andere glücklich sind oder es werden – davon sind wir, das Team der Albert Schweitzer Klinik, überzeugt.

                                                                                                                            

Frau Hildegard Nagl und
Hartmann Jörg Hohensinner MBA
Departmentleitung Apallic Care Unit

 

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