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31.10.2021
Was ich mache, mache ich zu 100 %

Franz Groller im Gespräch mit Irene Schwarz

Irene: Lieber Franz, du arbeitest seit April 2003 in den GGZ und gehst mit 31. Oktober 2021 in den Ruhestand. Warum hast du dich für den Beruf des Pflegehelfers und für die GGZ entschieden?

Franz: Ich habe vorher 24 Jahre bei einem Unternehmen gearbeitet – zuerst als Bäcker, dann als Fachverkäufer für dasselbe Unternehmen. Aber ich habe schon immer gewusst, dass meine wirklichen Stärken und Interessen wo anders liegen. Nach 24 Jahren habe ich mich dann endlich entschlossen mich zum Pflegehelfer ausbilden zu lassen. Die GGZ kannte ich schon, weil ich mich als Mitarbeiter im Haus- und Transportdienst beworben hatte. Da war jedoch gerade kein Platz frei.

Irene: Was waren bei deiner beruflichen Veränderung die großen Herausforderungen?

Franz: Das ich 20 Jahre keine Prüfung mehr abgelegt habe. Ich musste wieder lernen zu lernen – und ich brauchte einen Rückzugort, da ich ja eine Familie mit vier Kindern habe.

Irene: Wie waren deine Erfahrungen als Pflegehelfer in den GGZ?

Franz: Sehr gut – ich habe ja immer Patienten und Patientinnen im Wachkoma betreut und begleitet. Da konnte ich mein ganzes Wissen, meine ganzes Einfühlungsvermögen einbringen. Es war jeden Tag schön zu sehen, wenn ich etwas bewirken konnte, wenn ich Beziehung aufbauen konnte. Ich genoss, z. B. die Zeit mit meinen Patienten im Snoezelen-Raum (= besonders ansprechend gestalteter Raum, der über Licht, Klang- und Tonelemente Sinnenempfindungen auslöst).

Irene: Gab es auch Belastungen für dich?

Franz: Natürlich – der Beruf ist anstrengend, fordernd und nicht immer familienfreundlich. Als Mann kann ich die körperlichen Anstrengungen besser wegstecken – aber die vielen einzelnen Schicksale der Patientinnen und Patienten – da muss man sich abgrenzen. Das gelang mir sehr gut.

Irene: Wenn du dir für die Pflege etwas wünschen könntest, was wäre es?

Franz: Auf jeden Fall mehr Personal. Aber ich weiß, wie schwierig es ist, Menschen – und vor allem junge Menschen – für diesen Beruf zu begeistern.

Irene: Was müsste sich ändern?

Franz: Die Rahmenbedingungen – mehr Anerkennung für diesen Beruf, mehr Zeit für unsere Kernaufgaben, weniger Administration, auch eine höhere Bezahlung.

Irene: Lieber Franz, aus gesundheitlichen Gründen kannst du ja leider den Beruf des Pflegehelfers nicht mehr ausfüllen. Seit 2016 bist du Portier in den GGZ. Wie war der Umstieg für dich?

Franz: Schon herausfordernd – weil ich ja den Computer nicht so sehr liebe und das lange Sitzen und die vielen Telefonate. Aber mit der Zeit habe ich alles gut gelernt, ………..und den Kontakt mit Menschen habe ich auch in dieser Funktion.

Irene: Wie würdest du dich selbst beschreiben?

Franz: Ich bin fröhlich, verlässlich – was ich mache, mache ich zu 100 % oder ein bisschen mehr. Ich bin vor allem ein absoluter Familienmensch. Im Oktober 2021 kommt mein Enkel Nummer 7 auf die Welt.

Irene: Hast du auch Hobbys?

Franz: Ja, ich jage und fische gern. Schifahren macht mir auch große Freude. Einen großen Teil meiner Zeit verbringe ich auch bei meiner „Hobby“-Landwirtschaft. Da gibt es Tiere (Hasen, Hühner, Schafe) und Gemüse vor allem für meine Enkerl.

Irene: Ein Gedanke zum Abschluss?

Franz: Ich habe während meiner Zeit auf der Wachkoma-Station viele besondere Menschen mit besonderen Fähigkeiten kennengelernt. Durch sie habe auch ich mich weiterentwickelt.

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